Mehr Wut!
Was wir gegen Trump, Putin und die AfD tun können
Ganz ehrlich: Ich könnte kotzen, wenn ich sehe, was gerade auf der Welt passiert.
In der Ukraine tut Russlands Diktator Wladmir Putin alles dafür, dass Menschen erfrieren. Gezielt lässt er die Energie-Infrastruktur des Landes bombardieren. Unschuldige Zivilisten versuchen, bei zwei Grad in ihren Wohnungen zu überleben und nicht zu verzweifeln. Kinder, Alte und Kranke leiden besonders. In dieser Woche soll es in der Ukraine noch kälter werden, bis zu minus 30 Grad. Der Kriegsverbrecher Putin benutzt Kälte als Waffe. Er foltert für sein Leben gern, in Europa, im Jahr 2026. Und wenn die Ukraine unter seiner Folter zerbricht, greift er das nächste Land an.
In den USA versucht Donald Trumps MAGA-Bewegung, eine Demokratie in eine Diktatur zu verwandeln. Sie lässt maskierte ICE-Truppen durch Straßen und Häuser marodieren und Unschuldige auf offener Straße hinrichten – und verbreitet zu diesen Hinrichtungen Lügen, die lächerlich offensichtlich sind. Nur lacht darüber längst niemand mehr.
Wir sind persönlich bedroht
In Deutschland plappert die AfD Putins Propaganda nach und betont, wie gern sie maskierte ICE-Truppen auch in Deutschland hätte. In Sachsen-Anhalt, wo im September gewählt wird, steht sie in Umfragen bei 39 Prozent und könnte, wenn es schlimm kommt, die absolute Mehrheit gewinnen. Und eine Politik machen, die Putin und Trump gefällt.
Wollen wir die Bösen gewinnen lassen? Wollen wir, dass sie die Welt regieren und bald auch unser Land? Wollen wir Tag für Tag kotzen, über Wochen, Monate, Jahre? Jede Hausärztin weiß: Das wäre schon aus Rücksicht auf den Magen nicht zu empfehlen.
Mit diesem Text will ich für eine gesündere Reaktion werben. Ich will dafür werben, erst mal noch viel wütender zu werden. Und sich klarzumachen, wie unfassbar das ist, was da gerade passiert. Alles, was wir immer für selbstverständlich gehalten haben, ist plötzlich bedroht: Friede, Freiheit, Menschenwürde. Ohne Friede, ohne Freiheit, ohne Menschenwürde aber ist alles nichts.
Wir können die Welt verändern
Klar, dieser Gedanke ist schwer zu ertragen. Es tut gut, die Nachrichten auszublenden, sich zu Hause auf dem Sofa einzukuscheln und abzuschalten: ob mit der neuesten Bridgerton-Staffel, einem dramatischen Handball-EM-Spiel oder einem wunderbaren Buch. Aber auf Dauer hilft das nicht. Früher oder später kommt das Böse trotzdem wieder durch. Und wir ahnen, dass es unsere kuschelige Welt zu zerstören droht.
Also lasst es uns stoppen! Lasst uns alles dafür tun, viel mehr als bisher. Wir sind nicht so hilflos, wie wir uns bei all den Nachrichten manchmal fühlen. Es ist kein Naturgesetz, dass das Böse gewinnt: Putin kann scheitern, Trumps MAGA-Bewegung kann scheitern, die AfD kann scheitern. Wir haben, wenn wir kämpfen, eine Chance, diese Menschenfeinde zu besiegen. Wir können unsere Wut, wenn sie groß genug ist, in Mut verwandeln – und die Welt zum Besseren verändern.
Wie? Hier sind ein paar Ideen:
Wir können die Ukraine noch entschlossener unterstützen. Jede und jeder von uns kann an die Ukraine-Nothilfe von Caritas international spenden. Die Caritas-Fachkräfte helfen schnell und effizient. Kürzlich, in diesem Text, habe ich schon einmal erzählt, warum mir die Menschen in der Ukraine so am Herzen liegen – jetzt haben sie Hilfe so nötig wie noch nie.
Wir können Mails an unsere Bundestagsabgeordneten schreiben und Druck machen, dass Deutschland und die EU die Sanktionen gegen den Terrorstaat Russland maximal verschärfen und mehr Waffen an die Ukraine liefern, damit sie sich besser verteidigen kann. Nur wenn die Kosten des Kriegs für Putin zu hoch werden, gibt es eine Chance auf ernsthafte Friedensverhandlungen.
Wir können Mails an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) schicken und für einen Boykott der Weltmeisterschaft in diesem Sommer in den USA plädieren. Der DFB will eine Boykottdebatte gern verhindern. Er behauptet, Sport und Politik hätten nichts miteinander zu tun. Aber das ist Quatsch: Wenn wirklich mehrere Länder die WM in den USA boykottierten und Trump so seine Propagandashow kaputtmachten, dann würde das den Möchtegern-König in seinem Narzissmus empfindlich treffen – und vor der ganzen Welt blamieren.
Wir können von den Menschen in der Ukraine und in den USA lernen, wie wertvoll Zusammenhalt und Widerstandsgeist in schweren Zeiten sind. Und wie wichtig es ist, wütend genug zu sein, um entschlossen zu handeln. Die Ukrainer hassen die russischen Angreifer zutiefst – auch deshalb schaffen sie es, durchzuhalten. Die Menschen in Minneapolis sind von den ICE-Morden zutiefst empört – auch deshalb gehen sie massenhaft auf die Straße und protestieren, machen den ICE-Gangstern mit kreativsten Mitteln das Leben schwer und lassen sich von Bruce Springsteens Protestsong „Streets of Minneapolis“ inspirieren.
Wir können von Vorbildern aus der Geschichte lernen, wie wichtig Mut, Entschlossenheit und der Kampf für das Gute sind. Auf zutiefst berührende Art zeigt das zum Beispiel das fantastische Musical „Die weiße Rose“, das in diesem Jahr auf Deutschland-Tournee geht. Alex Melcher hat die Musik für dieses Musical entwickelt – und mir in einem Interview erzählt, was die weiße Rose uns für heute sagt.
Wir können Politikerinnen und Politiker unterstützen, die Menschen Mut machen, die ernsthaft Lösungen für ihre Probleme suchen und die zeigen, dass Demokratie auch heute begeistern kann. Die Bestseller-Autorin Ronja von Wurmb-Seibel, die in Bayern als Landrätin kandidiert, ist dafür zurzeit wohl das inspirierendste Beispiel. Im Interview hat sie mir erklärt, was sie mit ihrer konstruktiven Art verändert.
Liebe Leute, ganz im Ernst: Wollen wir warten, bis die AfD auch unser Land in Chaos und Gewalt stürzt? Wollen wir ihre Umfragewerte steigen lassen, bis sie an die Macht kommt, uns an Putin verraten kann und Trumps Methoden kopiert? Oder wollen wir jetzt all unsere Wut zusammennehmen und überlegen, was wir gemeinsam tun können, um das zu verteidigen, was unser Leben lebenswert macht?
Wollt ihr helfen, unser Land und unsere Werte zu schützen? Dann teilt diesen Text – in eurem WhatsApp-Status, auf Instagram, Facebook und LinkedIn. Geht ganz einfach – mit diesem Link:
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Bis zum nächsten Mal: alles Gute!
Andreas

