Ein Herz für Iryna
Mein Weihnachtswunsch: Helft der Ukraine!
Liebe Leute,
ich möchte euch heute, kurz vor Weihnachten, Danke sagen. Dafür, dass ihr meine Texte lest und lobt, teilt und weiterempfehlt. Mit meinem Newsletter möchte ich Mut und Hoffnung schenken in einer schwierigen Zeit. Ich möchte zeigen, dass jeder Mensch die Welt verändern kann – und viele zusammen noch viel besser. Jedes Mal, wenn ihr einen meiner Texte teilt, helft ihr mir dabei.
Ich möchte euch heute, kurz vor Weihnachten, auch um etwas bitten – als Ausgleich dafür, dass ihr diesen Newsletter, in dem sehr viel Liebe und Arbeit steckt, kostenlos lest. Meine Bitte ist: Unterstützt die Ukraine-Nothilfe von Caritas international! Gebt, so viel ihr wollt und könnt! Seid großzügig! Spenden könnt ihr ganz einfach hier. Jeder Euro, den ihr gebt, wäre für mich ein Geschenk.
Ich möchte euch heute, kurz vor Weihnachten, erzählen, warum mir die Ukraine so am Herzen liegt. Seit Russlands Diktator Wladimir Putin vor fast vier Jahren seinen mörderischen Angriffskrieg begonnen hat, führe ich regelmäßig Interviews mit Menschen in der Ukraine. Mit Caritas-Helferinnen und Bischöfen, mit verletzten Soldaten, ihren Frauen und den Therapeuten, die sie betreuen.
Iryna lächelt tapfer
Ich bewundere sie. Weil sie durchhalten, in all dem Leid, Tod, Wahnsinn. Weil sie kämpfen, statt zu klagen. Weil sie anderen helfen, obwohl sie selbst Hilfe bräuchten. Sie lächeln tapfer in die Videokamera, aber in ihren Augen sieht man, dass sie manchmal kurz davor sind zu weinen. Ihnen zuzuhören, ist auch im warmen, sicheren, friedlichen Deutschland kaum zu ertragen.
Von einigen dieser Menschen möchte ich euch kurz erzählen.
Da ist Iryna. Sie ist 38 Jahre alt und arbeitet bei der Caritas Ukraine. Ihre Leute helfen Bedürftigen, warm durch die Winter zu kommen; sie isolieren zerbombte Dächer, bauen energieeffiziente Fenster und Türen ein, tauschen Heizkessel aus, verteilen Brennholz und Briketts, stellen Öfen auf. In ihrem Job erlebt Iryna, welches Leid die Russen mit ihrem Angriffskrieg anrichten. Privat auch: Ihr Mann ist Veteran. Jüngere Verwandte sind ins Ausland geflohen. Freunde und frühere Kollegen kämpfen oder sind von den Angreifern ermordet worden. Ihre Eltern leben in der von Russland besetzten Region Donezk.
Über Videoanrufe per Telegram bleibt Iryna mit ihnen in Kontakt. Sie sagt: „Die Situation dort ist nicht gut. Man braucht einen russischen Pass, sonst überlebt man nicht.“ Wer sich weigert, dem droht der Entzug von Sozialleistungen, der Verlust des Jobs oder sogar Haft. Die Besatzer unterdrücken, foltern, zerstören die ukrainische Identität.
Wie Iryna es schafft, trotz allem weiterzuleben? „Ich träume von Frieden“, sagt sie. Und sie versucht ein Sprichwort zu beherzigen, das in der Ukraine sehr beliebt ist: „Lebe dein Leben heute – denn niemand weiß, was morgen ist.“
Nadiia ist stark
Dann sind da Serhii und Nadiia. Irgendwann, sagt Serhii, habe er seine Frau gebeten, ihn zu verlassen. Er konnte seinen Schmerz und seine Verzweiflung nicht mehr ertragen, und er wollte ihr den Mann nicht mehr zumuten, der er jetzt war. „Wir haben damals viel gestritten“, sagt er. „Zum Glück war sie stärker als ich – und ist geblieben.“
2022, als Russland in die Ukraine einmarschierte, wollte Serhii sein Land verteidigen. Er ignorierte Nadiias Bedenken und meldete sich freiwillig für die Armee. 2023 riss ihm eine Minenexplosion das linke Bein ab. Die Folge: sieben Monate Krankenhaus, ein Jahr Reha. Und ständig dunkle Gedanken. „Ich habe mir Vorwürfe gemacht, dass ich nicht genug für mein Land getan hatte“, sagt Serhii. „Dass ich nicht mehr geschafft hatte, obwohl ich es so sehr wollte.“
Nadiia spürte, wie schwer es ihrem Mann und ihr fiel, über die Schmerzen und Gefühle zu sprechen, die ihr Leben nun bestimmten. Und wie ihre Eheprobleme ihren Sohn Nazar belasteten. Sie hörte von einem Rehazentrum der Caritas in der Zentralukraine, in dem Kriegsheimkehrer und ihre Familien zehn Tage lang Kraft schöpfen können. Nadiia und Serhii meldeten sich für das Programm.
Liudmyla heilt Seelen
Die Psychotherapeutin Liudmyla erzählt, wenn die Familien im Camp ankämen, seien sie wie versteinert: „Da ist keine Wärme zwischen ihnen.“ Männer wie Serhii haben an der Front Leid und Tod erlebt; Frauen wie Nadiia haben zu Hause versucht, den Familienalltag und ihre Sorgen in den Griff zu bekommen. Die Trennung hat Paare voneinander entfremdet, manche Väter kennen ihre Kinder kaum. Wenn die Männer aus dem Krieg zurückkommen, verletzt an Körper und Seele, tun sie sich oft schwer damit, in ein neues Leben zu finden. Viele leiden an Depressionen, Angstzuständen, Schlafstörungen. Manche flüchten in den Alkohol.
Die Arbeit der Therapeuten wirkt: Nach und nach wenden sich Paare wie Serhii und Nadiia einander wieder zu und schauen sich in die Augen. Fangen an, Händchen zu halten. Lachen und weinen gemeinsam. Die Männer schenken ihren Frauen Blumen. Oder kaufen Eis für die ganze Familie. Und die Frauen sagen: „Es ist so schön zu sehen, dass mein Mann sich wieder um uns kümmert. Ich hatte schon vergessen, wie das ist.“
Jeder Euro hilft
Wenn ich in meinen Interviews die letzte Frage gestellt habe, passiert jedes Mal etwas, das mich sehr berührt: Die Menschen aus der Ukraine bedanken sich. Dafür, dass wir in Deutschland ihnen zuhören, sie unterstützen, sie nicht vergessen. Sie sagen das immer wieder: „Danke! Danke! Danke!“ Und ihre Augen zeigen: Sie meinen das auch so. Sie freuen sich sehr, dass sie in ihrem Elend nicht alleine sind.
Mit jedem Euro, den wir für die Ukraine-Nothilfe von Caritas international spenden, verändern wir etwas. Jeder Euro kommt genau da an, wo er gebraucht wird. Jeder Euro hilft Iryna und Serhii und Nadiia und all den anderen Menschen, die in der Ukraine leiden und kämpfen und frieren und hoffen – und die Europa gegen Putins Mörderbanden verteidigen, auch für uns.
Liebe Leute, habt ein Herz! Und, bitte: Teilt diesen Text auf allen Kanälen, damit möglichst viel Geld für die Ukraine-Hilfe zusammenkommt! Und damit die Menschen im Krieg auch ein wenig frohe Weihnachten haben. Teilt den Text in eurem WhatsApp-Status, auf Instagram, Facebook und LinkedIn. Geht ganz einfach – mit diesem Link:
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Jetzt mache ich eine kleine Winterpause, Ende Januar geht’s hier weiter.
Bis dahin: schöne Feiertage, einen guten Rutsch – und alles Gute fürs neue Jahr,
Andreas

