Wohnst du sicher genug?
Wie du dich und deine Familie in der Klimakrise schützen kannst
Guten Morgen!
Eine Warnung vorweg: Dieser Text wird wehtun.
Du solltest ihn trotzdem lesen. Oder gerade deshalb. Denn er wird dir helfen, neu zu denken und an einer guten Zukunft für dich und deine Liebsten zu arbeiten – in einer Zeit, die schwierig wird.
Der Text handelt von der größten aller Krisen. Von der Klimakrise. Heute schaue ich mal anders auf diese Krise als sonst. Ich schreibe nicht darüber, was Regierungen, Unternehmen und Bürger tun könnten, um die Erderhitzung zu bremsen. Sondern darüber, was jeder einzelne Mensch tun sollte, um sich selbst und seine Familie vor ihren Auswirkungen zu schützen. Denn die werden heftig werden, das ist schon jetzt nicht mehr zu verhindern – sogar, wenn plötzlich die ganze Welt auf konsequenten Klimaschutzkurs umschwenkt (was leider unrealistisch erscheint). Das klingt bitter, aber es ist wahr – zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen ist es leider Zeit, das festzustellen.
Die Hilfe des Zukunftsforschers
Selbstverständlich bleibt der Kampf gegen die Erderhitzung unendlich wichtig; jedes Zehntelgrad weniger verhindert Zerstörung und menschliches Leid. Aber heute setze ich den Fokus auf die Klimaanpassung. In der öffentlichen Diskussion taucht dieses Thema so gut wie gar nicht auf. Dabei ist es entscheidend dafür, wie gut wir in den nächsten Jahrzehnten auf einer heißer werdenden Erde klarkommen werden. Der Staat, die Länder und die Kommunen sollten für die Extremwetter-Katastrophen vorsorgen, die kommen. Und die Bürgerinnen und Bürger auch.
Der Klimaexperte und Zukunftsforscher Alex Steffen aus den USA beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Menschen sich und ihre Liebsten auf die künftigen Verwerfungen vorbereiten können. Er gibt Kurse, in denen er ihnen dabei hilft, die Entscheidungen zu treffen, die dafür notwendig sind – und er schreibt wie ich einen Newsletter auf Substack. Die wichtigste Frage ist für Steffen: Wohnst du am richtigen Ort?
Die Frage, die aufwühlt
Ganz ehrlich: Mich hat diese Frage ganz schön aufgewühlt. Weil sie mir gezeigt hat, wie grundlegend die Auswirkungen der Erderhitzung jeden von uns treffen werden. Sollte es möglich sein, dass ich meine Heimat verlassen muss? Könnte auch ich zum Flüchtling werden, so wie die vom Krieg vertriebenen Menschen aus Syrien oder aus der Ukraine?
So hart das klingt: Je heißer es auf der Welt wird, desto mehr Regionen werden durch Überschwemmungen, Stürme und Brände unbewohnbar. Wenn du in so einer Region wohnst, solltest du wegziehen, besser bald als später. Warum?
Wenn du dort ein Haus besitzt, wird es in Zukunft immer weniger wert sein – und irgendwann gar nichts mehr.
Wenn du den Wert dieses Haus als Teil deiner Altersvorsorge eingeplant hast, hast du ein Problem.
Wenn du auf deine Versicherung hoffst, denk daran: Versicherungen werden die Schäden, die durch immer heftigere Extremwetter-Katastrophen entstehen, früher oder später nicht mehr bezahlen – oder die Beiträge werden so teuer, dass kein normaler Mensch sie sich mehr leisten kann.
Wenn du denkst, der Staat wird es richten: Vergiss diese Illusion. Wenn die Katastrophen zunehmen, wird er nicht alle Bürgerinnen und Bürger unterstützen können.
Wenn du auf all die THW-Helfer vertraust, die schon nach der Flut im Ahrtal so großartig mit angepackt haben, mach dir bewusst: So viele Helfer, wie man für all die kommenden Krisen zum Aufräumen bräuchte, gibt es nirgends.
Wenn du in einer bedrohten Region einen Job hast, wird es diesen Job irgendwann nicht mehr geben. Weil die Firmengebäude, die Straßen und Schienen in der Umgebung zerstört sind – oder weil das Unternehmen seinen Standort lange vorher in eine klimatisch günstigere Region verlegt hat.
Puh, und was heißt das jetzt?
Kommt drauf an, wo du wohnst. Ich lebe in Lohne, einer norddeutschen Stadt, die mir relativ sicher erscheint. Sie liegt nicht in Küstennähe, wird nicht von Wirbelstürmen verwüstet und bisher auch nicht von Waldbränden bedroht. Zudem gehört unser Landkreis im reichen Deutschland zu den wohlhabendsten Regionen. Unsere Kommunen haben also mehr Mittel als andere zur Verfügung, um die Erderhitzungsfolgen, die auch hier kommen werden, abzufedern. Das beruhigt mich ein bisschen, zumindest für den Moment.
Dennoch, so sagt der Zukunftsforscher Steffen, werden auch solche Regionen durch die Erderhitzung heftig verändert werden. Sie müssen mit einem massiven Zuzug von Menschen rechnen – irgendwo müssen all die Flüchtlinge aus überschwemmten und verbrannten Gegenden schließlich hin. Heißt: Solche Regionen brauchen viel mehr Wohnraum, viel mehr Schulen, viel mehr öffentlichen Nahverkehr – um nur die wichtigsten Punkte zu nennen. Und sie sollten sich frühzeitig darauf vorbereiten.
Die überforderte Gesellschaft
Hast du den Eindruck, dass diese Vorbereitungen laufen? Hörst du von Menschen, die sich und ihre Familie heute für das wappnen, was übermorgen kommen wird? Ich jedenfalls nicht. Politik und Gesellschaft sind schon überfordert von all den aktuellen Krisen: erst Corona, dann Putins Krieg in Europa, dazu Trump – ganz zu schweigen von den großen und kleinen persönlichen Problemen, die jeder Mensch mit sich herumschleppt. Da werden mittel- und langfristige Fragen gern verdrängt.
Der Zukunftsforscher Steffen sagt: Mit deiner persönlichen Planung für ein gutes Leben in schwierigen Klimawandelzeiten solltest du nicht warten. Wie gut du da durchkommst, hängt nicht nur von deinem Wohnort ab. Sondern auch von anderen Fragen, die ans Eingemachte gehen:
Wird es deinen Job in Zukunft noch geben oder ist er durch die Erderhitzung bedroht? Nur zwei Beispiele: Berufe im Freien, etwa auf dem Bau, werden durch Hitzewellen und Stürme häufiger unmöglich werden; Tourismusberufe an den Küsten werden durch Überschwemmungen verschwinden, die in Wintersportgebieten durch fehlenden Schnee.
Hast du Geld gespart und so klug wie breit angelegt, um in Katastrophenfällen flexibel reagieren zu können und im Alter klarzukommen, auch wenn eine sicher geglaubte Säule wegbrechen sollte?
Hast du Freunde, Nachbarn und andere Netzwerke, auf die du dich verlassen kannst, wenn Schlimmes passiert?
Ich weiß, diese Fragen strengen an, und Antworten zu finden, ist schwer. Aber es geht. Wir sind nicht hilflos ausgeliefert. Wir können etwas tun. Wir können Verantwortung übernehmen für uns und die Menschen, die wir lieben. Nur warten sollten wir nicht zu lange. Denn die Klimakrise eskaliert schneller als gedacht – und das Zeitfenster, in dem wir noch gut reagieren können, wird sich schließen.
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Bis zum nächsten Mal: alles Gute!
Andreas

